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Zusammenhalt macht den Unterschied

Es gibt Tage, an denen selbst erfahrene Pflegekräfte an ihre Grenzen stoßen. Wenn medizinische Herausforderungen komplex und menschliche Schicksale besonders belastend sind, braucht es mehr als fachliche Kompetenz. 

Im EB-Haus Austria sind es vor allem Vertrauen, gegenseitige Unterstützung und manchmal auch eine gute Portion Humor, die das Pflegeteam durch den Alltag tragen. Drei langjährige EB-Pflegerinnen erzählen, was ihren Zusammenhalt so besonders macht.

Wenn der Pflegealltag zur Herausforderung wird

Ein Ambulanzbesuch, der mehrere Tage dauert? Im EB-Haus Austria ist das keine Seltenheit. Denn die Betreuung von Menschen mit Epidermolysis bullosa (EB) erfordert viel Zeit, Erfahrung und Einfühlungsvermögen.

„Patientinnen und Patienten mit EB haben meist komplexe Fragestellungen, sodass Ambulanzbesuche nicht selten einen ganzen oder sogar mehrere Tage dauern. Diese Zeit nehmen wir uns“, erklärt DGKS Maria Maier-Krammer. „Wir sind dabei nicht einfach eine Ambulanz, sondern mittlerweile ein Expertisezentrum. Auf Basis unserer jahrelangen Erfahrung können wir auch Vorträge über die Pflege bei EB halten oder Gastärztinnen und Gastärzte schulen.“

Doch die Arbeit verlangt den Pflegekräften nicht nur fachlich viel ab. Die oft schweren Krankheitsverläufe und persönlichen Schicksale der “Schmetterlingskinder” können auch emotional sehr belastend sein. DGKS Barbara Schneeweiß: "Man muss sich auf die Erkrankung einstellen und laufend dazulernen. Nicht nur fachlich, sondern auch insofern, als wir es hier mit sehr belastenden Themen zu tun haben.“

Niemand muss alles alleine tragen

Wie wichtig ein starkes Team ist, zeigt sich besonders dann, wenn die Belastung groß wird. In der EB-Ambulanz zählt deshalb nicht nur, dass medizinische Abläufe reibungslos funktionieren. Mindestens ebenso wichtig ist es, aufeinander zu achten.

„Dass Abläufe gut funktionieren, die Kommunikation passt, man sich auf die Kolleginnen verlassen kann und einander unterstützt, wenn viel zusammenkommt, ist das Um und Auf beim Teamwork“, erklärt Maria Maier-Krammer. „Was für uns aber mindestens genauso wichtig ist wie die fachliche Zusammenarbeit, ist die gegenseitige Unterstützung. Wir sind sehr oft mit emotional belastenden Situationen konfrontiert. Dann schauen wir aufeinander und achten darauf, dass wir alle stabil bleiben.“

Dieses Vertrauen ist über viele Jahre gewachsen. Es ermöglicht den MitarbeiterInnen auch, offen über persönliche Grenzen zu sprechen „Ich denke, wir haben ein exzellentes Vertrauensverhältnis. Das hilft sehr. Wenn jemand einmal überfordert ist, kann man das offen ansprechen, und eine Kollegin übernimmt, weil sie Verständnis dafür hat“, erzählt DKKP Birgit Buchner.

Warum auch Lachen zum Pflegealltag gehört

Doch wie gelingt es, nach einem besonders belastenden Tag wieder Kraft zu schöpfen? Eine wichtige Rolle spielen die regelmäßigen Gespräche im Team. „Zusätzlich zu den Supervisionen setzen wir uns immer wieder zusammen, tauschen uns aus und reflektieren, um den Tag gemeinsam abzuschließen“, erzählt Maria Maier-Krammer.

Und dann gibt es noch etwas, das auf den ersten Blick vielleicht überrascht: Humor. „Es ist schön, dass wir viel miteinander lachen“, sagt Barbara Schneeweiß, „ Das macht die Zusammenarbeit erheblich leichter.“ Auch gemeinsame Feiern gehören dazu. Gerade in einem Arbeitsumfeld, in dem schwierige Situationen zum Alltag gehören, sind solche Momente des Miteinanders besonders wertvoll.

Ein starkes Team – auch in Zeiten des Wandels

Wie tragfähig dieser Zusammenhalt ist, zeigte sich 2025, als eine wichtige Veränderung bevorstand: Die langjährige Leiterin der EB-Ambulanz, OÄ Dr.in Anja Diem, ging in Pension. OA Dr. Tobias Welponer übernahm ihre Position.

„Für das Team war das eine deutliche Veränderung, aber eine gut zu bewältigende“, erinnert sich Birgit Buchner. Für viele EB-Betroffenen war der Wechsel allerdings nicht ganz so einfach. Viele von ihnen werden seit Jahren im EB-Haus Austria betreut und haben enge Vertrauensbeziehungen zu den behandelnden ÄrztInnen und Pflegekräften aufgebaut. „Ein Übergang ist immer herausfordernd und aus Teamsicht war er gut vorbereitet. Aber für manche Patientinnen und Patienten war dieser Wechsel stärker zu spüren als für uns“, erzählt Maria Maier-Krammer. „Also haben wir versucht, unsere Schützlinge gut durch diese Veränderung zu begleiten.“

Auch diese Herausforderung wurde gemeinsam gemeistert. Denn was die drei Pflegekräfte verbindet, geht weit über eine gut funktionierende Zusammenarbeit hinaus: Sie wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können. Gerade dann, wenn es schwierig wird. Und davon profitieren letztlich jene Menschen, um die sich im EB-Haus Austria alles dreht: die “Schmetterlingskinder”.

Eine blonde Frau in einem hellblauen Kittel schaut in die Kamera

Birgit Buchner © DEBRA Austria

Eine Frau in weißem DEBRA-Shirt hält ein Blutdruckgerät in der Hand und steht vor einem Schrank mit Verbandsmaterial

Maria Maier-Krammer © DEBRA Austria

Eine Mutter mit einem Schmetterlingskind im Gespräch mit einer Krankenschwester

Barbara Schneeweiß © DEBRA Austria

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