Europa: Hohe Forschungsintensität muss beibehalten werden
Die AGES Medizinmarktaufsicht und das Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie (FOPI) informierten kürzlich über aktuelle pharmazeutische Innovationen, darunter auch eine Therapie für eine EB-Form – und warnten davor, dass Österreich als Standort für klinische Forschung zunehmend unter Druck geraten könnte, mit möglichen Folgen für die PatientInnenversorgung.
Die europäische Pharmaindustrie investierte 2024 rund 55 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung – mehr als jede andere Branche. Das ermöglichte in den letzten zehn Jahren über 400 neue Therapien, darunter 46 neue Wirkstoffe allein 2025.
Unter den neuzugelassenen Medikamenten befindet sich auch ein Gel, das bei einer der vier Hauptformen von Epidermolysis bullosa zum Einsatz kommt. Dr. Rainer Riedl, Obmann und Geschäftsführer von DEBRA Austria sowie Obmann von Pro Rare Austria, dazu: “Das Gel ist bahnbrechend, da es tatsächlich zu einer deutlich besseren Heilung der vielen, extrem schmerzhaften Wunden kommt. Doch auch da sind wir noch nicht am Ziel angekommen. Die neue Therapie hilft, Symptome zu lindern, wirkt allerdings nur an offenen Wunden, weil das Gel nur hier die Hautbarriere durchdringen kann. Für PatientInnen hat diese Therapie trotz allem einen unschätzbaren Wert, obgleich sie noch zu keiner ursächlichen Heilung führt. Daher wird dieser Wirkmechanismus in anderen Forschungsprojekten weiterentwickelt. Nicht zuletzt auch in Zusammenarbeit mit dem EB-Haus Austria, das eine Vorreiterrolle einnimmt – in diesem österreichischen Expertisezentrum können wir zeigen, wie wichtig die Einbindung von PatientInnen und PatientenvertreterInnen in die klinische Forschung ist.”
Gleichzeitig machen AGES und FOPI darauf aufmerksam, dass die Zahl klinischer Studien in Europa und Österreich rückläufig ist. Dadurch drohen nicht nur Nachteile für den Forschungsstandort, sondern auch Einschränkungen beim frühen Zugang von PatientInnen zu innovativen Therapien. Gefordert werden daher bessere Rahmenbedingungen und eine klare Willkommenspolitik für Forschung und Innovation, damit klinische Forschung langfristig in Österreich gehalten und stärker in die Gesundheitsversorgung integriert werden kann.
Dr. Rainer Riedl © APA Fotoservice/Hörmandinger
© APA Fotoservice/Hörmandinger
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